Anke Hofmann möchte Bürgermeisterin von Bad Hersfeld werden. - Foto: Privat

BAD HERSFELD Eine Markthalle für die Festspielstadt?

Anke Hofmann: "Starke Innenstadt – lebendig, vielfältig und zukunftsweisend"

02.05.22 - Wie stelle ich mir eine lebendige Innenstadt vor? Sie ist geprägt von Vielfalt – ob im Einzelhandel, in der Gastronomie oder im Bereich der Kunst und Kultur. Es sollen Räume der Begegnung, des Verweilens, der Ruhe und der Aktivität vorhanden sein, welche die Vielfalt in der Bürgerschaft nicht nur spiegeln, sondern deren Bedürfnissen auch gerecht werden.

Die Innenstadt in Bad Hersfeld war zu jeder Zeit und für jedermann ein wichtiger Ort, in dem sich die Menschen wohlgefühlt haben. Hier trafen sich Menschen privat oder zum geschäftlichen Austausch. Handel und Gastronomie boten eine vielfältige Bandbreite, um die Bedürfnisse der Bürgerschaft zu erfüllen. Auch heute besitzt Bad Hersfeld ein reiches Angebot, flankierend von zahlreichen Events, wie den Festspielen, Erlebnissamstagen und Märkten. Dennoch haben die Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie und die damit verbundenen Schließungen weiter Teile des Einzelhandels und der Gastronomie, die betroffenen Eigentümer und Mieter hart getroffen. Die geringe Dynamik des Innenstadtlebens sowie der sich immer mehr ausbreitende Leerstand beschäftigt nicht nur den Handel und die Gastronomie, sondern auch die Menschen, die in unserer Stadt leben.

Wie möchte ich, als Bürgermeisterin, diesem Trend entgegenwirken?

Ich möchte, dass wir – gemeinsam mit Politik, dem Stadtmarketingverein und nicht zuletzt mit Bürgerinnen und Bürgern - zukunftsfähige Strukturen schaffen, die auch nachhaltig erfüllbar sind und Menschen die Optionen eröffnen, "ihre" Stadt anhand "ihrer" Bedürfnisse und Wünsche mitzugestalten. Wir benötigen keine "Mainstream Innenstadt", die austauschbar ist und deren Protagonisten in jeder Stadt zu finden sind, sondern mir ist es ein Anliegen, die Individualität der Stadt herauszustellen.

Hierfür möchte ich bestehende Förderprogramme nutzen und diese durch neu zu entwickelnde städtische Programme ergänzen. Vorstellbar wäre unter anderem leerstehende oder konkret vom Leerstand bedrohte Ladenlokale für zwei Jahre mit einer reduzierten Miete für neue Nutzungen anzubieten und so langfristig dem Ladenleerstand entgegenzuwirken. Hierbei denke ich insbesondere an moderne, zukunftsträchtige Unternehmen, welche die Individualität und Einzigartigkeit von Bad Hersfeld herausstellen und sich nicht nur temporär, für die Dauer des Mietzuschusses, sondern langfristig in Bad Hersfeld etablieren sollen.

Klar – eigene Förderprogramme belasten zunächst einmal den städtischen Haushalt eine Kommune. Aber dies zahlt sich durch Umwegrentabilität und nicht zuletzt durch Gewerbesteuerzahlungen aus.

Als Schlüsselprojekt stelle ich mir eine Einzelhandelsimmobilie vor, die im Lebensmittelbereich als eine Mischung für regionale Produkte und internationale Streetfood-Lebensmittel bezeichnet werden kann. Eine Markthalle, in der Produktvielfalt und kleine Oasen nebeneinander existieren, in der Handwerk und Selbstgemachtes nicht mehr wegzudenken sind, und Kulturangebote (Musik, Theater, Kunst, Kochkurse) wie selbstverständlich platziert werden. Der Aufenthalt in der Innenstadt Bad Hersfelds muss dementsprechend zu einem Erlebnis werden und die Stadt muss zugleich Orte des Miteinanders sowie Verweilen schaffen. Hierbei handelt es sich um ein mittelfristig gedachtes Projekt – kurzfristig könnte beispielsweise der Wochenmarkt am Freitag länger geöffnet haben oder gar in den Sommermonaten einen Abendmarkt in der Breitenstraße stattfinden.

Neben der gastronomischen Vielfalt und einem facettenreichen Einzelhandel bin ich bestrebt, an junge Menschen zu denken und deren Bedürfnisse zu berücksichtigen. Derzeit ausgeschriebene Förderprogramme des Bundes ermöglichen hier nicht nur im Bereich Kunst und Kultur Chancen, sondern es ist auch über die Entstehung eines Schülerforschungszentrums nachzudenken. Kinder und Jugendliche erhalten hier die Möglichkeit, außerhalb der Schule, an ihren eigenen wissenschaftlichen Projekten zu arbeiten und ihre Fähigkeiten weiter auszubauen. Die nächsten Zentren befinden sich in Fulda und Kassel – der Landkreis Hersfeld-Rotenburg hat durch derartige Förderprogramme die Möglichkeit, dieser Idee nachzugehen, was wir zweifelsohne in Angriff nehmen sollten.

Auch an eine temporäre Umnutzung von leerstehenden Immobilien hinsichtlich der Präsentationsfläche, des Verkaufs von Kunst und der aktiven Teilhabe durch die Bürgerschaft ist zu denken. Neben all dieser Aktivität und Lebendigkeit sollten darüber hinaus Verknüpfungen zwischen Wohnen, Handel und grüner Oase geschaffen werden – Begegnungsstätten und zugleich, trotz der häufig eine Innenstadt bestimmenden Hektik, öffentliche Räume des Ankommens und der Stille. Lassen Sie uns gemeinsam die Innenstadt Bad Hersfelds wieder mit Leben füllen, neuartige Projekte in Angriff nehmen und Bad Hersfeld zukunftsweisend weiter nach vorne bringen! (pm) +++


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