- Fotos: Stadt Hanau

HANAU Sanierung des Rathauses

Baugerüst weitgehend vollendet, Arbeiten am Turm stehen bevor

15.04.19 - Das Baugerüst am Neustädter Rathaus in Hanau wächst gen Himmel. Nur noch wenige Tage, dann ist auch das gesamte Dach samt acht Meter hohem Uhrenturm eingerüstet, der bis Mitte Juni ausgebessert wird. Nach Abschluss der neuen Schiefereindeckung, des Einbaus von Schallschutzfenstern und des Sanierens des goldenen Schwans ganz auf der Spitze beginnen   die eigentlichen Rohbauarbeiten über drei Stockwerke samt Gewölbekeller.

Die Innenräume sind in den vergangenen Monaten entkernt und gesundheitsschädliche Mineralwolle als Dämmstoffe mit großem Aufwand von den Wänden entfernt worden. Vom Sanierungsstand machte sich jetzt der Ausschuss Bauen und Energie der Stadtverordnetenversammlung ein Bild unter Leitung von Hiltrud Herbst, die dem städtischen Eigenbetrieb Hanau Immobilien-und Baumanagement (IBM) vorsteht.

Nach Ende der Turmsanierung, zu der auch das Überholen des Ziffernblatts der momentan abgestellten Uhr gehört, wird die Einrüstung dort wieder rückgebaut, weil sonst die Arbeiten am Dach und im Rohbau behindert würden. Denn der Rohbauer braucht eine große Öffnung im Dach, damit er auf diesem Weg nötige Materialien ins Gebäude schaffen kann.

Mit den Nutzenden abgesprochen, so Herbst, soll das Erdgeschoss mit flexiblen Wänden in zwei unterschiedlich große Bereiche abgetrennt werden können. Die IBM-Leiterin erläuterte dem Ausschuss weiter, dass der Natursteinboden in Parterre erhalten bleibe, zu seiner Schonung   sei er mit Holzspanplatten abgedeckt.

Die bestehenden mittigen Treppen werden auf die Nordseite in ein geschlossenes, durchgehendes Treppenhaus verlegt, das aus Sicherheitsgründen mit einer Drucklüftung ausgelegt ist. Im Brandfall, wenn das Haus geräumt ist, kann die Feuerwehr auf diese Weise rauchfrei zum Einsatz in höhere Stockwerke gelangen. Herbst meinte, das so geplante Treppenhaus sei ein "technisch anspruchsvolles" Gewerk.

Treppen und Aufzug führen auch in den Gewölbekeller, den die Ausschussmitglieder beim Rundgang erstmals in Augenschein nehmen konnten. Dort sollen neben Lagerräumen die sanitären Anlagen für das Erdgeschoss unterkommen, wo Ausstellungen und andere Veranstaltungen stattfinden können.

Herbst erläuterte weiter, dass unter dem Sitzungssaal im ersten Stock eine zusätzliche, 28 Zentimeter starke Brettsperrholz-Stapeldecke nötig ist, um die Tragfähigkeit der vorhandenen Betondecke notwendigerweise zu erhöhen. Über dem Plenarsaal entsteht statt der Beton- eine reine Holzdecke in dieser Machart, die weiteren höheren Etagen erhalten verstärkte Decken wie zwischen Erdgeschoss und erstem Stockwerk. Diese Variante sei wirtschaftlicher als die Betondecken zusätzlich mit Brandschutz-Spritzputz zu versehen, so Herbst.

Im ersten Stock verbleibt der Sitzungssaal der Stadtverordneten mit aufwendiger Technik und 60 Plätzen mit Tischen für die Fraktionen und die Vertretung des Ausländerbeirats. Sechs zusätzliche Sitze seien in den Gängen bei Bedarf zusätzlich möglich, so Herbst weiter. Fachleute der Verwaltung säßen künftig hinter den Stadtverordneten, deren Blickrichtung gedreht und damit künftig vom Marktplatz weg ist. Die Pressebank bleibt wie gehabt auf der Seite, für Besuchende von Sitzungen werden Stühle aufgestellt.

Der Balkon zum Brüder-Grimm-Denkmal hin darf aus statischen Gründen künftig nur einzeln und nicht mehr zu mehreren betreten werden. Banner und Geranien am zu restaurierenden Geländer gehören ebenfalls der Vergangenheit an. Der Plenarsaal ist der einzige Raum, der künftig voll klimatisiert ist. Darüber hinaus wird das Haus in allen anderen Stockwerken mit einer Lüftungsanlage ausgestattet.

Eine Innendämmung erfolgt nur gegen den nicht beheizten Dachboden. Die Sandsteinfassade wird gereinigt und restauriert. Sprossenfenster wie im barocken Urzustand des 1723 erbauten und nach dem Zweiten Weltkrieg wieder hergestellten   Gebäudes werden speziell gefertigt.

IBM rechnet mit rund 9,2 Millionen Euro, die für die gesamte Sanierung des Neustädter Rathauses notwendig sind. Für die ursprünglich angenommene Bausumme in Höhe von 5,5 Millionen Euro erhielt die Stadt ein günstiges Darlehen aus einem Investitionsfonds des Landes Hessen. Für die restlichen 3,7 Millionen Euro ist ein weiteres Darlehen beantragt. "Wir sind guter Dinge, dass wir aus Wiesbaden weitere Finanzhilfe erhalten, die Genehmigung für das zweite Darlehen ist aber nicht vor Jahresmitte zu erwarten", so Bürgermeister Axel Weiss-Thiel. Der Umbau werde voraussichtlich bis Anfang 2021 dauern, sagt er. (pm) +++


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